Ehrensache gewinnt Günther-Rühle-Preis 2010
Freitag, den 21. Mai 2010 um 19:43 Uhr

Die am 11. Mai 2010 bei der 15. "Woche junger Schauspieler" im Parktheater Bensheim präsentierte theaterperipherie-Inszenierung "Ehrensache" wurde zum Abschluss der Woche, gemeinsam mit der Inszenierung "Italienische Nacht" (Regie: Tilman Köhler) des Staatsschauspiel Dresden, mit dem "Günther-Rühle-Preis" für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet.

 

theaterperipherie war mit "Ehrensache" von der Festivalleitung, Hermann Beil, Karl-Heinz Braun und Klaus Völker zusammen mit dem Nationaltheater Weimar, der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin, dem Theater der Stadt Erlangen und dem Staatsschauspiel Dresden zur diesjährigen "Woche junger Schauspieler" nach Bensheim eingeladen gewesen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für "Ehrensache" folgendermaßen: "Selten haben wir junge Darsteller so persönlich - aber nie privat - auf der Bühne erlebt wie in der Frankfurter Inszenierung von 'Ehrensache', selten so ehrliches und direktes Spiel, frei von jeglichem Manierismus. die vier jungen Darsteller (Arasch Farugie, Hadi Khanjanpour, Deniz Kezer, Anja Arncken), alle vier nicht ausgebildete Schauspieler, unterstützt von einem erfahrenen Kollegen (Hartmut Volle), erzeugen die Illusion, dass die Geschichte von Stolz, Eifersucht und Gewalt von ihnen selbst handelt, dass sie selber diese Figuren leben. Die Entwicklung der Figuren ist fern von jedem Klischee und vor allem jeder Verurteilung. Sie ist bis in die Extreme glaubhaft und deswegen so beklemmend.
Dabei stellen die vier Darsteller herausragende individuelle Fertigkeiten unter Beweis:
Arasch Farugie alias Cem nimmt man den netten Jungen in der Disco ebenso ab, wie den völlig entrückten Messerstecher, den gekränkten Macho und den winselnden Untersuchungshäftling.
Hadi Khanjanpour zeigt als Sinan ein so unglaubliches Talent für Sprachwitz und Komik, dass man nicht glauben möchte, aber leider glauben kann, dass dieser sympathische Junge am Ende auch zum Messer greift. Die Wechsel zwischen den Dialogen mit dem Gerichtspsychiater Kobert (über Mikrofon: Hartmut Volle) und den Rückblenden auf den Tag der Tat meistern diese beiden jungen Männer mit Bravour.
Deniz Kezer zeigt uns die Türkin Ellena als starke, emanzipierte junge Frau, die mutig und frech mit ihrer Unabhängigkeit provoziert und dafür mit dem Leben bezahlt.
Anja Arncken als Ulli lässt uns in vielen stillen Momenten an der Angst und dem Entsetzen über das Unfassbare direkt teilhaben. Hartmut Volle ist die nüchterne Stimme aus dem Off, der Gegenpol und das Ventil für alle Aggressionen und Ängste der beiden Täter. Herausheben möchten wir auch die behutsame, unaufdringliche Regiearbeit von Alexander Brill, die den Darstellern diese große Leistung ermöglicht." (Quelle: www.darstellendekuenste.de)

Das Votum der Zuschauer ging ebenfalls an theaterperipherie. 98% der Zuschauer beurteilten "Ehrensache" als sehr positiv.
 

»haymatlos
- EIN LIEDERABEND«
*theaterperipherie ON TOUR*

 

»Woyzeck und Marie«
von Georg Büchner
Neuproduktion 

 

»Friede den Hütten!
Krieg den Palästen!«

von Georg Büchner
Neuproduktion 

 

»Die im Dunkeln«
ein Projekt über Menschen ohne Papiere.
Wiederaufnahme 

 

»Ehrensache«
von Lutz Hübner
Wiederaufnahme 

 

 

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