Issa versus Illegal

EINE Fortsetzung von "Illegal"

 

 

von und mit: Mirrianne Mahn

 

"Kennst du die Geschichte von Kodjo Awusi, dem Mann, der ohne Papiere durch Berlin hetzt und als Jäger Gejagter wird? Kennst Du die? Nein?! Ich schon. Ich kenne sie, denn sie ist auch meine Geschichte und ich will sie dir erzählen. Ich hoffe, du hast Zeit. Nein, ich weiß, du hast Zeit. Du bist ja schließlich zu mir gekommen, hast mich gesehen und beschlossen, in Kontakt mit mir zu treten. Was du aber nicht weißt, ist, dass das nie deine Entscheidung war. Ich habe diese Entscheidung getroffen. Für dich. "

 

Kodjo lebt seit zehn Jahren in Berlin. Seit ein paar Jahren ohne Papiere. Seine Geschichte ist die eines Schattenlebens. Manchmal muss er nachts rennen, manchmal muss er in Parks verschwinden, manchmal muss er sich vor Rassisten in Acht nehmen, immer auffällig unauffällig sein – all das ist für ihn schon beinahe Normalität geworden. Doch sein Leben nimmt eine jähe Wendung, als er den Mord an einer Prostituierten beobachtet. Was folgt, ist eine Hetzjagd quer durch die nächtlichen Straßen Berlins. Denn nichts könnte Deutschland gelegener kommen als ein schwarzer Mann, der am Tatort gesehen wurde.

Na, kommt dir dieser Text bekannt vor? Ja, das kann sein! Du hast ihn vielleicht schon einmal irgendwo gelesen. Oder man hat dir davon erzählt. So ist das eben bei Fortsetzungen. Da muss man manchmal nochmal ganz von vorne anfangen, um weiterzukommen... So auch Kodjos Freundin Issa. Sie erzählt jetzt ihre Version von Illegal, erzählt Kodjos Geschichte, die auch ihre Geschichte ist. Denn sie hat Zeit. Viel Zeit. Issa ist eine geduldige Jägerin. Und stellt fest, dass sie diese Geschichte nicht erzählen kann, ohne immer wieder ganz von vorne anzufangen. Denn Kodjos Geschichte, also auch ihre Geschichte, beginnt an dem Tag, an dem der Mensch lernte, aufrecht zu gehen.

 

 

Regie: Hannah Schassner

Text/Bühne/Kostüm/Konzept: Mirrianne Mahn und Hannah Schassner

Foto/Video/Dokumentation: Bato Prosic

 

„Man muss Illegal nicht gesehen haben, um Issa vs. Illegal zu verstehen. (…) Issa ist da, um uns ihre Version von Kodjos Tod zu erzählen. Schritt für Schritt lässt sie nacherleben, wie der Freund vom Zeugen eines Mordes und zum Jäger des Mörders und dann selbst zum tödlich Gejagten wurde, Schicht um Schicht legt sie frei, warum Kodjo der simple

Wunsch, in dieser Stadt seiner Wahl zu leben, zum Verhängnis wurde. (…) Und sie macht auch klar, dass so ein sprachlos wie ratlos machendes Ende, wie es Kodjo auf der Flucht vor einem Mörder, den er selbst hat stellen wollen, erlitt, nicht das Ende sein darf. Nie mehr Opfer seiner eigenen Geschichte sein, lautet ihr Credo. (…) Mahn ist fraglos ein

Entertain-Talent und entwickelt einen Sog, der sie und ihre Zuhörer mühelos über anderthalb Stunden trägt.“ (Strandgut, April 2019)

 

 

„Mirrianne Mahn brilliert“ und das Stück ist „auf viele Arten erbarmungslos. Geschont wird niemand. Sie selbst nicht und erst recht nicht das Publikum, mit dem sie gekonnt und ungeheuer charismatisch interagiert. Kodjos Geschichte wird zu der Geschichte von allen. (...) Das Stück schwankt stets zwischen lockerer Plauderei und eindringlichen, intensiven Momenten. Was bleibt, ist die absolute Überzeugung, dass jedes Wort aus Issas Mund einer grausamen Wahrheit entspringt." (FRIZZ-Magazin, Mai 2019)

 

Termine:

DO, 03.10.19, ca 18.45 Uhr (im Doppelabend nach KEINE ANTWORTEN AUF UNSTELLBARE FRAGEN)

MI, 30.10.19, 19.30 Uhr

SO, 24.11.19, 17 Uhr (im Doppel nach KEINE ANTWORTEN AUF UNSTELLBARE FRAGEN)

FR, 20.12.19, 19.30 Uhr (im Doppel nach KEINE ANTWORTEN AUF UNSTELLBARE FRAGEN)

 

>> Das Stück ist als Gastspielstück für Schulen (ab 8. Klasse) über flux auch in der Spielzeit 19/20 buchbar.

Weitere Infos unter: https://theaterundschule.net/index.php?id=3***

 

 

Fotos: Bato Prosic