Wege ins Theater

"Wege ins Theater" von der ASSITEJ e.V. - im Rahmen von KULTUR MACHT STARK. Bündnisse für Bildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

2017

AMALIA Project

(eine Kooperation von theaterperipherie, infrau e. V. und dem Freien Schauspiel Ensemble)

 

für Mädchen von 13-18 Jahre

weitere Infos und Anmeldung: info@theaterperipherie.de

 

Textgrundlagen:

"Die Räuber" von Friedrich Schiller und "Ellbogen", der neue Roman der Autorin Fatma Aydemir.

 

In den Schillerschen Räuber begegnen uns Männer, die die Welt verändern wollen, die eine Bedeutung in der Welt bekommen wollen, die die Welt als gestaltbar empfinden wollen. Aus anfänglichem Idealismus werden jedoch Kampf und Gewalt bis hin zu einem Brand, der vielen Menschen das Leben kostet. Neben all diesem gibt es die weibliche Hauptfigur: Amalia, Verlobte des Anführers der Männergruppe, die im Schloss auf ihren Mann wartet und verzweifelt nach Handlungsfähigkeit sucht. Amalia kümmert sich um den Vater der Brüder, sie wartet, sie weint, sie schlichtet, sie betet. Doch all ihr Handeln ist von den Handlungen der Männer bestimmt. Der Zuschauer bekommt zudem weder ein Wissen darüber, wie es in ihr aussieht, noch gibt es Perspektiven darauf, wie mögliche Handlungsalternativen für sie aussehen könnten. Damit stellt die Figur der AMALIA eine typische Frauenrolle in klassischen Theatertexten dar, die als rein reagierende, aber nicht agierende Figuren gezeichnet werden. Das Nichtwissen über die Innenperspektive von Amalia, diese Leerstelle, die bis heute weibliche Rollen mitunter prägt, wollen wir uns zu Nutze machen und die Geschichte umschreiben: Was denkt, was fühlt Amalia? Was könnte sie machen? Wie könnte sie sich einen Freiraum erkämpfen? Welche Bilder von Stärke sind für Frauen denkbar? Welche Rolle spielt dabei auch die Idee, sich mit anderen Frauen zusammen zu schließen. Diese Überlegungen wollen wir nicht im Kontext der Zeit des Stückes verbleiben lassen, sondern in die heutige Zeit übertragen. Dabei hilft uns der zweite Text, den wir in dem Theaterprojekt bearbeiten möchten: "Ellbogen", ein Roman über ein junges postmigrantisches Mädchen, das versucht sich in eine handelnde, starke Position zu begeben, um einen Platz in der Welt zu finden. Auch hier spielen Bilder von Stärke und der Kampf um Bedeutung, aber auch die Suche nach Identität zwischen zwei Kulturen eine Rolle. Wie kommen junge Frauen heute dazu sich zu finden, eine eigene Stimme zu entwickeln und welche Bilder von Stärke können als Vorbilder für junge Frauen funktionieren? Welche neuen Bilder können geschaffen werden? Und wie schaffen wir es nicht auf das Leben zu warten, sondern es in die Hand zu nehmen?

 

Durchführende Regisseurinnen: Ewgenija Weiß und Ute Bansemir

Kooperationspartner:


2016/17

Shoot it, show it!

(theaterperipherie, Bach-Schule Offenbach und Blaues Haus e. V.)

Ein Theater-Projekt mit Theaterbesuchen, Künstler-Gesprächen und inszenierten Fotografien in Bühnenbildern, das am Ende des Schuljahres mit einer performativen Fotoausstellung enden wird.

 

Das Projekt ist ein dreistufiges Modell, bestehend aus der

(1) Vorbereitung auf den gemeinsamen Theaterbesuch, in dem die verschiedenen ästhetischen Mittel mit den Jugendlichen selbst ausprobiert werden (in der Schule)

(2) der Besuch des Theaterstücks mit vorheriger Bühnenbildbegehung und Inszenierung von Fotos im Bühnenbild (Landungsbrücken, Blaues Haus, Titania)

(3) Nachbereitung mit den KünstlerInnen aus dem besuchten Stück (Annika Keidel, Dietmar Bertram, Amin Biemnet Haile)

 

Dabei haben die TeilnehmerInnen aus dem Projekt nicht nur die Möglichkeit, verschiedene Theaterstücke zu sehen und an verschiedenen Orten in Frankfurt neue Theaterräume zu erkunden, sondern in den jeweiligen Bühnenbildern und mit den dazugehörigen Requisiten umzugehen. Es entstehen eigene kleine Szenen im Theatersetting, die auf Fotografien festgehalten werden. Hierbei geht es immer wieder auch darum, das Medium >Schnappschuss< als künstlerisches Mittel zu erkunden. Die Fotografien werden in einem aufwendigen kuratorischen Prozess mit den Jugendlichen ausgewählt, sodass am Ende eine Ausstellung mit Theater-Fotografien der TeilnehmerInnen entsteht. Diese Ausstellung findet sowohl in der Bach-Schule wie auch im Blauen Haus statt.

 

Durchführende Regisseurinnen: Ewgenija Weiß und Hannah Schassner

Fotograf: Christian Schuller

Patin aus dem Blauen Haus: Janine Machinsky

 

 

Bericht über die Ausstellungseröffnung am 27.06.17 in der Aula der Bachschule:

 

Feierliche Eröffnung der Foto-Ausstellung SHOOT IT SHOW IT

 

 

Am Dienstag, den 27.06.17 um 14 Uhr war es endlich soweit – die Foto-Ausstellung SHOOT IT SHOW IT wurde in der Aula der Bachschule eröffnet. Die zwanzig ausgestellten Fotografien wurden in den letzten Wochen von TeilnehmerInnen des Wege-ins-Theater-Projekts SHOOT IT SHOW IT geschossen und in einem langen und intensiven Auswahlprozess für die Ausstellung vorbereitet.

 

 

 

Geschossen wurden die Fotos von den SchülerInnen in Bühnenbildern von Theaterstücken, die sie im Rahmen des Projekts mit den Theater-und-Fotografie-VermittlerInnen Christian, Ewgenija und Hannah von theaterperipherie besuchten. In diesem Zusammenhang waren sie mehrmals in Frankfurt, um dort nicht nur die Stücke zu gucken, sondern sogar exklusiven Zutritt in das Bühnenbild zu bekommen, wo sie mit ihren Handys Fotos mit den Requisiten, Lichtern, Bühnenelementen shooten konnten. Außerdem lernten die SchülerInnen auch die SchauspielerInnen persönlich kennen und machten mit ihnen kleine Workshops: z. B. über Puppenspiel oder über Tanz.

 

 

 

Zur Ausstellungseröffnung in der Aula waren FreundInnen, KlassenkameradInnen, Familie und LehrerInnen geladen. Um 14 Uhr öffneten die stolzen ProjektteilnehmerInnen die Pforten und übergaben den Gästen die Ausstellungskataloge. Hierfür hatten sie Texte über die ausgestellten Fotografien geschrieben und mit Theater-Spielen improvisiert. Die Gäste hatten ein wenig Zeit, um sich einen ersten Überblick über die Fotografien zu schaffen. Abstrakte Motive von Kissen und Lichtern mit verwunderlichen Titeln wie ELEFANT MIT KATZE finden sich hier neben gruselig anmutenden Gruppenbildern (PROTESTE AN DER STARTBAHN WEST) oder mit großen, lebensecht wirkenden Puppen nachgestellte Strand-Szenarien (SOMMER AM BLAUEN HAUS). Loredana, Claudia und Larissa eröffneten dann die Ausstellung mit einer Begrüßungsrede. Und irgendwann erzählten alle Projektbeteiligten aus ihren Erfahrungen: Wie sie aus mehr als 200 Fotografien die Auswahl von zwanzig trafen, wie lange diese Auswahl dauerte, was sie im Theater erlebt hatten, was ein Triptychon ist, wie man Mosaike mit Fotografien herstellt und was für sie Theater ist. Die Schulleiterin war begeistert von der angewandten Praxis und dem breit gefächerten Wissen über Theater und Fotografie, das sich die SchülerInnen in diesem Projekt angeeignet haben. Die Gäste blieben auch nach dem Vortrag noch, begaben sich in das in der Aula installierte Stuhl-Labyrinth, auf dem jeweils Post-Its mit Eindrücken der SchülerInnen aus dem Projekt klebten, und aßen gemeinsam mit den Projektbeteiligten kleine Snacks am Buffet. Ein gelungener Projektabschluss!

 

 

 

Die Ausstellung ist bis ins nächste Schuljahr in der Aula der Bachschule zu sehen. Außerdem feiern die SchülerInnen am 29.06.17 um 14 Uhr eine weitere Ausstellungseröffnung im Blauen Haus in Frankfurt am Niederräder Ufer 2. Auch hierher sind alle ganz herzlich eingeladen!

Link zum Bericht und Fotos auf der Seite der Schule:

http://www.bachschule-offenbach.de/schulprofil/f%C3%B6rdestufe/

 

Kooperationspartner:


2014/15 2013/14

Griesheim, mon amour

(theaterperipherie, die Georg-August-Zinn-Schule Griesheim und der Förderverein der Georg-August-Zinn Schule Griesheim)

Griesheim, mon amour: eine virtuelle Reise durch die Wunschphantasien zum eigenen Sozialraum wird das nächste Projekt der theaterperipherie mit der GAZ. Anhand einer selbst erstellten Griesheim-Landkarte konstruieren die SchülerInnen ihre eigene Ortschaft, ihre eigene Infrastruktur, ihre eigenen meeting points, ihre eigenen grünen Inseln, ihre eigenen hidden places, ihre eignen... Wo ist das Kiosk um die Ecke? Wo ist die Ecke, an der das Kiosk ist? Welche Geschichten erzählen die Orte? Im Zentrum stehen die Phantasien der SchülerInnen über „ihr Griesheim“ und die Frage: Inwiefern sind Träume, die sie träumen, mit den konkreten Orten in Verbindung zu bringen? Was erlauben Orte, zu träumen, was nicht? Wie beeinflusst unsere Umgebung das, was wir phantasieren?

Durchführende Künstlerinnen: Ute Bansemir, Hannah Schassner

 

2013/14

Wer ist WIR?

(theaterperipherie, die Georg-August-Zinn-Schule Griesheim und der Förderverein der Georg-August-Zinn Schule Griesheim)

In einem aufeinander abgestimmten Zusammenspiel von Besuch und Gegenbesuch arbeiten wir mit 20 SchülerInnen der Georg August Zinn Schule (Griesheim) zwischen 12 und 15 Jahre an einem interaktiven Schulrundgang durch ihre Schule. Beim Besuch kommen TheaterpädagogInnen von theaterperipherie regelmäßig in die Schule, um gemeinsam mit den SchülerInnen zu spielen, auszuprobieren und Szenen zu entwickeln. Wir nähern uns der Aufgabe „Schulrundgang“ anhand der ästhetischen und inhaltlichen Herangehensweise der Inszenierung Die Stunde der Wahrheit von und mit Hadi Khanjanpour. Vor allem Beobachtung und Wahrnehmung des Sozialraums und die Konflikte mit den Mitmenschen stehen in dieser Inszenierung im Vordergrund. Auf diese Art und Weise sind die SchülerInnen an jeder der Stationen in der Schule dazu eingeladen, sich gegenüber dem konkreten Ort und den diesen Ort prägenden Menschen zu positionieren und sich zu fragen, wie diese ihre eigene Identität prägen. Wer ist WIR? Bei den Gegenbesuchen im Titania erlernen die SchülerInnen die theaterpädagogische Vor-und Nachbereitung des Stückes Die Stunde der Wahrheit sowie ihren Blick für theatrale Formen zu schärfen, um das Stück und ihren eigenen Schulrundgang am Ende des Projekts ihren Familien, Freunden und Bekannten selbst näherbringen und vor-und nachbereiten zu können.

Durchführende KünstlerInnen: Hadi Khanjanpour, Ute Bansemir, Hannah Schassner

Unterstützung durch: Meltem Kilinc, Auss Abbood, Diana Seubert